Bei dieser Tour nehme ich dich mit zum ältesten Weingut in Moldova, dem Leuntea-Vin. Der französische Generalleutnant François-Michel de Poncet gründete 1817 dieses Weingut auf dem Gebiet Bessarabiens, dem Gebiet zwischen Prut und Nistru. Es ist bis heute ein Familienbetrieb mit einer reichen Geschichte. Der Inhaber führt uns durch sein Weingut und erklärt es uns in einer lebhaften Sprache. Ich verstehe zwar kein Russisch, aber so wie er alles schilderte, mit viel Herz und Enthusiasmus brauche ich kein Russisch können. Ich »verstehe« fast alles, was er uns näher bringen will.
Die beiden kleinen Weinkeller, die er uns zeigt, beherbergen einige Flaschen des guten moldauischen Weines. Verstaubt liegen sie reihenweise im Keller – ohne ein Etikett. Dies kommt erst dann an die Flaschen, wenn diese verkauft werden. Wir können diese Flaschen auch hier kaufen, was wir auch tun werden. Allerdings entscheide ich mich erst nach der Weinprobe. Der Geschmack hat mich dann doch wohl überzeugt. Die Weinprobe findet in einem der vielen Häuschen auf dem Weingut statt, welches von Quittenbäumen und alten Gerätschaften umgeben ist. Dieser Start für unsere Wanderung ist gelungen.
Diese Wanderung ist wieder eine geführte Gruppenwanderung von Moldovas Deutschsprachigen Wirtschaftsverband angeboten. Guido, er hat die Tour geplant, führt uns vom Weingut hinaus in die Natur. Wir sind hier im Südosten Moldovas im Gebiet des alten Nistrus, historisch Tyra genannt. Der Fluss wurde hier in ein neues Flussbett gelegt. Doch das alte schlängelt sich, in vielen Schleifen, weiter durch die Landschaft, wie wir später sehen werden.
Doch zuerst einmal machen wir halt an einer Aussichtsplattform, die erbaut wurde, um die Schönheit der Landschaft bis in die Ferne zu sehen. Nach einer kurzen Pause gehen wir weiter hinunter zum alten Nistru. Überqueren ihn das erste Mal, bevor wir kurz danach erneut an sein Ufer stoßen. Ja, der alte Nistru schlängelt sich wirklich durch die Landschaft, mit vielen Schleifen, hin und zurück. Ein erstes kurzes Stück gehen wir am Fluss entlang, bevor dieser sich von uns weg schlängelt.
Wir sollten nicht allzu lange warten müssen oder besser gesagt gehen müssen, bis wir wieder am alten Nistru nebenher gehen. Hier führt uns unser Weg etwas länger an seinem Ufer entlang, welches mit Schilf bewachsen ist. Hohe Schilfhalme auf beiden Seiten des Flusses lassen ihn manchmal nur erahnen. Doch wenn du eine Stelle mit niedrigem Schilf findest, kannst du auch das schöne Blau des Wassers sehen. Eine wunderschöne Atmosphäre.
Unterwegs sehen wir große Felder mit Kohlanbau – Kohl über Kohl. Aber auch die schon geernteten Maisfelder erstrecken sich durch die Landschaft. Kleine Wassermelonen finden wir am Feld bzw. Wegesrand. Und sich später herausstellen wird, schmecken diese richtig gut. Und auch die langen Reihen an Obstbäumen zieren unseren Weg am Nistrul Vechi.
Etwas später, an einer schmalen Stelle des Flusses, finden wir eine Brücke und gehen so in das Dorf Talmaza. Vorbei am Kulturhaus der Gemeinde erreichen wird ein Denkmal. Hier warten wir auf unseren Bus, der uns wieder in Richtung Chișinău bringt. Doch zuvor stoppen wir noch in Puhoi und lassen den Tag mit einem moldauischen Essen und moldauischen Wein im Weingut Asconi ausklingen.
(Mit einem Klick auf die nachfolgenden Fotos kannst du dir die Tour bei Komoot ansehen.)


