Heute nehme ich dich wieder auf eine Wanderung in der Gruppe mit. Diesmal haben wir uns bei adventuretime.md angemeldet. Das ist eigentlich ein Unternehmen, welches Kajaking anbietet. Aber in den Wintermonaten, also wenn Kajak kein Thema ist, dann werden geführte Wanderungen angeboten. Und wieder sind wir am Nistru, diesmal jedoch im Nordosten Moldovas, im Raion Șoldănești. Und wieder haben wir super Wetter mit blauem Himmel und blauem Flusswasser. Einfach himmlisch!

Unser Weg heute führt uns heute auf der Strecken von Socola nach Poiana an einem kleinen, aber interessanten Wasserfall vorbei. Doch zuerst einmal starten wir am Dorfeingang von Socola. Eine herrlich gestaltete Wasserstelle begrüßt uns dort. Wir steigen aus dem Bus, nehmen unsere Rucksäcke und los geht’s. Vier Hunde von den Teilnehmern begleiten uns. Die erste Etappe der 10 km langen Strecke führt uns hoch auf den Berg zum Gipfelkreuz. 25 % Steigung sind angesagt. Steil und anstrengend ist der Weg.

Doch oben angekommen, werden wir mit einem wundervollen Ausblick über den Ort und dem Nistru belohnt. Wir sind auf einer Höhe von 200 Metern angekommen. Der Nistru mit seinem kräftig blauen Wasser lädt einen dazu ein, innezuhalten, ruhig zu werden und einfach nur zu betrachten. Mit der Farbe Blau verbindet man doch die positiven Eigenschaften wie Entspannung, Harmonie, Ruhe, Fantasie oder Unendlichkeit – um nur einige zu nennen.

Nach dieser kleinen Pause gehen wir weiter. Jetzt geht es erst einmal bergab. Klar, nach dem steilen Aufstieg bis zum Gipfel kann es doch nur bergab gehen. Aber es soll auch noch anders kommen, wie wir spüren werden. Moldova ist doch nicht nur einfach hügelig oder gar ein flaches, ebenes Land, wie man vielleicht glaubt. Also gehen wir herunter, wieder ins Dorf Socola in Richtung Nistru. Der Fluss wird uns jetzt immer wieder begleiten, bis wir dann am Ziel in Poiana angekommen sind.

Allerdings schwenken wir doch einmal nach rechts in den Wald ab, entfernen uns ein wenig vom Nistru. Denn unsere Tourleiterin zeigt uns den versprochenen Wasserfall. Es ist kein großer Wasserfall, wie man sie in Moldova z.B. in Țipova kennt. Es ist eher ein den Berg herunter fließender kleiner Bach. Dennoch, durch das grüne Moos auf dem Bergrücken, durch welches das Wasser fließt, bekommt dieser Wasserfall etwas Einzigartiges. Ich habe ihn als Titelbild dieses Blogs gewählt.

Von hier aus gehen wir wieder durch dichtes Gestrüpp hinunter zum Nistru. Doch plötzlich, voller Verwunderung sahen wir mitten im Wald, zwischen den dicht gewachsenen Bäumen und Sträuchern, ein Tier, welches uns selbst verwundert anschaut. Eine Kuh steht dort. Sie beobachtet uns, wie wir uns durch das Geäst quälen. Wie kommt sie dahin? Was sucht sie dort, wo es kein Gras gibt? Fragen, die wir uns stellen und nicht beantwortet bekommen. Ein Foto von dem Ereignis ist schnell gemacht und weiter geht’s.

Wir sehen wieder den Nistru, blau leuchtend vor uns. Davor in Rot schimmern die Beeren des Weißdornstrauches. »Crataegus« so der fachliche, lateinische Begriff des Kernobstgewächses. Sie sind reif und wollen geerntet werden. Der Weg, parallel zum Nistru, ist ein Wirtschaftsweg, der von den Einwohnern der Gegend sicherlich genutzt wird, um die Weiden und Flächen hier zu erreichen. Er führt uns hinauf nach Poiana. Und das letzte Stück ist auch wieder recht steil. Wir gehen also hoch ins Dorf, wo auf uns der Bus wartet, um uns dann wieder in Richtung Chișinău zu bringen. Ein schöner Tag geht wieder einmal zu Ende, ein Tag mit viel Natur, _Sehenswürdigkeiten und Gesprächen unterwegs.

(Mit einem Klick auf die nachfolgenden Fotos kannst du dir die Tour bei Komoot ansehen.)